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Weihnachtsmarkt auf Burg Querfurt

Querfurts herrliche Burg wird am 17. und 18. Dezember 2005 im Weihnachtslichterglanz erstrahlen

Weihnachtsmarkt auf Burg Querfurt
© Museum Burg Querfurt
Weihnachtsmarkt auf Burg Querfurt

Beschaulich und sanft wird ein neugieriger Blick in die Zeit geworfen, wo unsere Art, Weihnacht zu feiern, erst begann: DAS BIEDERMEIER.

Das 19. Jahrhundert ist die Zeit, wo man ernsthaft entdeckte, dass Kinder keine zu klein und dumm geratenen Erwachsenen sind, dass sie über eine eigene Welt verfügen.

In der Zeit so geänderter Denkweise entwickeln sich Märchengestalten, wie Frau Holle, Zauberer oder der böse Teufel, aber auch Knecht Ruprecht von reinen Drohgestalten zu eher doppeldeutigen Figuren, die durchaus Helfer in der Not und Belohner des Guten sein können. Hinzu kommen gehäuft eine gute Fee oder das liebliche Christkind, welches nach und nach vom Jesusknaben die Metamorphose zu einem süßen weiblichen Engelchen macht.

Auch im einfachen Bürgertum wird im 19. Jahrhundert der kleine Luxus vom Tannenbaum und Gaben zum Weihnachtsfest gebräuchlich. So steht jetzt fast überall der grüne Baum in der Stube, wird mit vergoldetem Apfel, Nuss und Mandelkern geschmückt, die Mutigen stecken Wachslichte auf.

Neu aber sind glänzende Glaskugeln, jedoch nur für die reichen und verrückten! Ob arm, ob reich, überall herrscht im Biedermeier ein umfangreiches Brauchtum vom Weihnachtsorakel alter Prägung bis hin zu herrlichen Spielen und Theaterstücken mit den Kindern.

Ganz vom Gedanken der Weihnachtsvorfreude erfüllt, versetzt der Querfurter Burgweihnachtsmarkt ihre Gäste einfach 180 Jahre zurück: da ist der kleine Tannenwald (früher gönnte man jedem Kind seinen eigenen Weihnachtsbaum, wenn man sich's leisten konnte), da sind die vielen Lichter, das gemeinsame Weihnachtssingen, da ist - weg vom modernen Weihnachtsgeschenke- verteiler mit rotem Wattebart - auf einmal der echte ruppige Ruprecht mit seinen Perchten, der auch klar macht, was eine Rute alles bedeutet (nicht nur zum Hauen). Das Fliedermütterchen, direkt aus dem Märchenbuch Hans Christian Andersens entsprungen, erzählt die in dieser Zeit hochmodernen neuen Märchen von Schneekönigin (Andersen) und Nussknacker und Mausekönig (E.T.A. Hoffmann) und da sind die Chöre der Musikschulen und Musikanten von weit hergereist.

Sogar zu kaufen gibt es, was man vor knapp zwei Jahrhunderten heiß begehrte. Spielzeug aus dem Erzgebirge, Kugeln aus Lauscha, Geklöppeltes, Pflaumentoffel, echte Pulsnitzer Lebkuchen und Backwaren (hier vor Ort gebacken) und köstlicher Krambambuli, Steckenpferde, Adventskränze und Leuchter, Herrenhuter Weihnachtssterne und manchen schönen Beutel oder Stein?

Das Besondere ist jedoch, dass nicht nur auf dem Burghof Erlebnisse warten, sondern dass eine liebevolle Weihnachtsausstellung im Museum mit Weihnachtsgeschichten gewürzt wird, in der Kirche neben täglichem Weihnachtsmärchen wunderschöne Konzerte mit und für Jung und Alt zu hören sind, im Fürstenhaus ein köstliches weihnachtliches Buffet gereicht wird und im Ottonentrakt des Kornhauses in beheiztem Raum den Handwerkern und fingerfertigen Frauen bei der Arbeit über die Schulter geschaut werden darf - nicht zuletzt auch selbst gehämmert, genäht und gebastelt werden kann.

Vorfreude, schönste Freude!

Bilder: Museum Burg Querfurt

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Öffnungszeiten: 4. Adventswochenende

Samstag von 13.00 bis 20.00 Uhr
Sonntag von 10.00 bis 17.00 Uhr

Standort:

Burg Querfurt

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Veranstalter:

Museum Burg Querfurt
Burg
06268 Querfurt
(03 47 71) 52 19-0 fon
(03 47 71) 52 19-99 fax
www.querfurt.de
www.burg-querfurt.de


Mail an die Redaktion - Publiziert: 12.11.2005 - Aktualisiert: 24.11.2005
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